Operation „Festungsbrecher“ & Der 1.470 € Beton-Cocktail

Status: Die Muskeln sind warmgelaufen, der Kaffeekonsum ist stabil und der „Muskelkater“ ist mittlerweile ein Fremdwort. Während wir im Dezember noch Wasserleitungen planten, wurde es heute physisch – und zwar massiv.

Wer dachte, Kabelziehen sei Filigranarbeit, hat noch nie versucht, unser Fundament zu durchdringen.

Phase 1: Die 41mm-Illusion (und warum ich so optimistisch war)

Der Plan klang in der Theorie logisch: Drei saubere 40mm-Löcher nah unter die Decke setzen, um die Versorgungsleitungen für das Erdgeschoss, den künftigen SigEnergy Wechselrichter und eine Hand voll Datenleitungen (Kupfer und Glasfaser) vom Heizölraum im Keller rüber unter den künftigen (nicht unterkellerten) Haustechnikraum und durch das noch zu gießende neue Fundament (siehe Operation „Bunker“ ) zu bringen. Mein Werkzeug der Wahl lag bereit: Die treue Metabo UHE 2250 (SDS-Plus) und eine 41mm Trockenbohrkrone.

Warum ich mir so sicher war, dass das klappt? Weil genau diese Kombination kurz zuvor bereits triumphiert hatte. Eine massive, tragende Keller-Innenwand hatte sich der Krone geschlagen geben müssen, um Platz für das massive 5x25mm² Zuleitungskabel (vom Hausanschlusskasten zum künftigen Zählerschrank) zu machen. Mit diesem Sieg im Rücken war die Hoffnung groß: „Wenn sie den tragenden Beton frisst, ist die Wand zum Erdreich auch nur ein Snack.“

Das Problem mit Hoffnungen auf dem Bau? Sie überleben den ersten Feindkontakt meist nicht.

Der Realitäts-Check: Um sicherzugehen, habe ich an der neuen Wand mit einem langen 20mm Bohrer „vorgefühlt“. Als dieser erst nach fast 80 Zentimetern (!) auf der anderen Seite wieder Tageslicht sah, konnte ich die Bohrkrone direkt wieder einpacken. Warum? Eine Standard-Bohrkrone hat nur ca. 30–40 cm Nutzlänge. Bei einer 80 cm dicken Wand müsste ich mit wackeligen Verlängerungen arbeiten und, das ist der Killer, alle paar Zentimeter den Bohrkern mühsam herausbrechen. In einer Wand, die innen aus unbekannter Zusammensetzung besteht, verklemmt sich die Krone dabei mit 90%iger Sicherheit unwiederbringlich.

Maschinenseite
Auf der anderen Seite der Wand

Die Erkenntnis: Wir können hier nicht „Hohlbohren“ (Kernbohrung), wir müssen „Durchstechen“. Die Bohrkrone flog raus, ein 1 Meter langer Wendelbohrer in passendem Durchmesser (40mm) musste her.

Das Upgrade: David & Goliath

Optimistisch wie zuvor bestellte ich ihn gemeinsam mit einem SDS Plus auf SDS-Max Adapter, als diese dann geliefert wurden und ich Sie testweise zusammen gesteckt habe wurde sofort klar, das wird nix. Also musste schweres gerät her.

Das fast schon lächerliche Ergebnis der Adapter-Bestellung

Nun hatte ich zwar den richtigen Bohrer-Typ (lang, massiv, fördert den Staub raus), aber die falsche Maschine. Meine kleine 2-Joule-Metabo hätte einen 40mm dicken und 1 Meter langen Bohrer niemals durch diesen massiven Fels getrieben. Naja, 25€ Lehrgeld für ein Paar sehr amüsierte Kommentare waren es schon fast wieder Wert 🙂

Also: Systemwechsel auf SDS-Max. Die neue Metabo KHE 5-40 mit 8 Joule Schlagenergie trat als Verstärkung an.

(Oben: Die Präzisions-Nadel [20mm SDS-Plus]. Unten: Der Bunkerbrecher [40mm SDS-Max].)

Die Taktik: Da ich die Löcher chirurgisch präzise nebeneinander brauchte (und das riesige Gehäuse der großen Maschine kaum unter die Decke passte), gab es nur einen Weg:

  1. Die Markierung: Mit der kleinen Maschine und einem 8mm SDS-Plus Bohrer wurden die mitten der zu bohrenden Löcher “Markiert”
  2. Der Scout: Die “Kleine” wurde auf den 1m langen 20mm Bohrer umgerüstet um die Pilotkanäle zu setzen, präzise aus dem Handgelenk, damit die Richtung stimmt.
  3. Der Vollstrecker: Mit der 8-Joule-Maschine und dem dicken 40mm Bohrer hinterher. Dank des Pilotlochs fraß sich der dicke Bohrer durch die unverhältnismäßig Dicke Wand wie durch Pappe.

Das Ergebnis? Drei Kanäle durch fast einen Meter Wand. Zwar rieselte es im Inneren der Wand wie in einer Sanduhr (es stellte sich heraus, dass es sich eigentlich sogar um zwei Wände mit einem sandgefüllten Hohlraum dazwischen handelt), aber das erste Leerrohr liegt – vor allem dank tatkräftiger Unterstützung von Lena beim “Einfädeln” – und hat überlebt..

Sichtprüfung, die 3 Pilot-Löcher auf der anderen Seite der Wand, wie mit dem Laser ausgerichtet präzise Eines neben dem Anderen

Phase 2: Wohin führen die Rohre? -> „Operation Bunker“

Diese Mühe mache ich mir nicht zum Spaß. Die Leitungen die in diese Leerrohre einziehen werden sind die Nabelschnur für das Herzstück des Hauses: Den neuen Technikraum im Erdgeschoss, Codename „Operation Bunker“.

Wie im letzten Post angedeutet, wird hier nichts dem Zufall überlassen. Damit die Serverschränke, die USV und die PV-Speicher später sicher stehen, planen wir hier keine Estrich-Schicht, sondern eine massive 18 cm Bodenplatte. Die Zielvorgabe bleibt: 400 kg/m² Traglast.

Der Preis der Stabilität: Parallel zum Bohrmaschinen-Lärm läuft die Kalkulation für den Beton. Man mischt so eine Platte nicht mehr von Hand (außer man hasst seinen Rücken, Sein Leben und seine Freunde). Das aktuelle Angebot liegt auf dem Tisch:

  • Lieferung Fertigbeton (C25/30)
  • Inklusive “Pumi” (Fahrmischerbetonpumpe), um die graue Masse ins Haus zu befördern.
  • Kostenpunkt: ca. 1.470 €.

Klingt viel für “ein bisschen Boden”, aber für das Fundament von Projekt Endgame gibt es keine Kompromisse. Die Bohrungen sind fertig, der Weg ist frei. Sobald der Bestands-Dielenboden im Technikraum restlos entfernt, und auf die Zieltiefe von etwa 35cm ausgekoffert wurde kommt der Kies.

Author: Cronix

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